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Das Bedingungslose Grund-Coaching

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Warum Jedermann freie Coaching-Sitzungen haben sollte.

Heute ein Artikel von Peter, dem ich nur absolute Zustimmung geben kann:

Unsere Gesellschaft kennt nur „ganz“ oder „kaputt“, nur gesund oder krank. Und oftmals werden wir nur deshalb krank oder gehen kaputt, weil uns so viele wichtige Dinge des Lebens nie vernünftig gezeigt oder erklärt wurden. Und weil uns niemand begleitet und rechtzeitig an die Hand nimmt, bevor wir in der nächsten dunklen Sackgasse einmal mehr gegen die Wand laufen.

 

Alles startet mit einem leeren Rucksack

Ich mag das Bild mit dem Rucksack und den Steinen sehr gern… der Mensch, der zu Beginn seines Lebens diesen wunderbar leichten und komplett leeren Rucksack auf den Schultern trägt. Wie schön unbeschwert wir doch in unser menschliches Leben starten. Und wie unkompliziert und übersichtlich dieses junge Leben ist…

Als taufrische Babys haben wir gerade mal eine Handvoll Bedürfnisse – Essen, Trinken, Schlafen, Wärme, Nähe, saubere Windel – und wir müssen uns nicht einmal selbst um deren Erfüllung kümmern, denn das tun ja unsere Eltern – oder wer sonst gerade für uns zuständig ist. Wir müssen nicht mal umständlich erklären, was uns gerade fehlt, denn für jedes unzureichend erfüllte Bedürfnis verwenden wir einfach das gleiche Signal und schreien.

Doch dieser wundervolle Zustand hält leider nicht allzu lange an und ziemlich schnell wird unsere Welt grösser, voller, irritierender und komplizierter!

Und damit beginnt das Einsammeln der Steine…

 

Die ersten Kiesel

Die ersten Kiesel, die wir einsammeln, sind vermutlich noch relativ harmlos – mal eine Plastikschippe auf den Kopf von einem jähzornigen Sandkasten-Bully, mal streiten Mama und Papa, mal werden wir mit Windpocken oder Masern angesteckt und dann ist da immer noch dieser ständige Druck, Gemüse essen zu müssen, insbesondere Broccoli.

Spätestens mit dem Eintritt in die Schule – wenn der ERNST des Lebens beginnt – öffnet sich ein wahres Eldorado für neue Rucksack-Steine – ebenso wie für Selbstzweifel und Stress. Zum einen wird man nun ständig irgendwie eingeschätzt, bewertet und verglichen. Man soll stillsitzen, zuhören, lernen und sich konzentrieren – stundenlang. Dann muss man irgendwie seine passende soziale Nische in der Klasse finden, in diesem Knäuel aus Stillen und Lauten, Sensiblen und Groben, Schlauen und Doofen, Starken und Schwachen. Und auch die Lehrer, selbst wenn sie es niemals zugeben würden, haben ihre Lieblinge und solche, die sie ständig auf dem Kieker haben.

Kinder, die das zweifelhafte VergnĂĽgen von Projekt- bzw. Helikoptereltern haben, bekommen den Druck nicht nur seitens der Schule zu spĂĽren, sondern mindestens ebenso stark zuhause. Und wenn es besonders schlimm kommt, mĂĽssen sich die Kinder Liebe und Anerkennung mit guten Noten, Leistungen und erwĂĽnschtem Benehmen verdienen.

Und so führt uns der Lebensweg in immer neue Umfelder und Herausforderungen, während die Größe und Schwere der Steine sowie der damit verbundenen Herausforderungen kontinuierlich wächst.

 

Die wirklich wichtigen Dinge bringt uns niemand bei

Stellt euch bitte mal die folgende Frage:

Für welche Themen eures Lebens wäre es rückblickend enorm hilfreich gewesen, einen wirklich guten Lehrer, Mentor oder Vertrauten gehabt zu haben, der euch genau hätte erklären können, wie das alles funktioniert und was das alles mit euch und eurem Leben zu tun hat.

Wenn ich mir genau diese Frage stelle, kommt eine recht ansehnliche Liste zusammen, die noch lange nicht vollständig ist:

  • Pubertät,
  • (erste) Liebe,
  • (erste) ZurĂĽckweisung,
  • Trennungen,
  • Todesfälle,
  • Verlust,
  • Neid,
  • Wut,
  • Konflikte und Krisen,
  • Körperbewusstsein,
  • Selbstliebe,
  • Leidenschaft,
  • Begehren,
  • Sexualität,
  • Ego,
  • Kommunikation,
  • Selbstbewusstsein,
  • Identität,
  • der richtige Job fĂĽr mich,
  • Sinn und Sein,
  • Stress,
  • Angst,
  • Schmerz,
  • Selbstwert,
  • Freundschaften,
  • Werte,
  • Loyalität,
  • persönliche Beleidigungen,
  • Traurigkeit,
  • Depression,
  • Vertrauensmissbrauch,
  • Zeit und
  • Energie…

Schule und Elternhaus waren mir bei all diesen Themen nicht wirklich von Nutzen! Entweder gab es gar keine Antworten auf die zahlreichen Fragen hinter diesen Themen oder es gab Antworten, die keinen praktischen Nutzwert fĂĽr mich und mein Leben hatten.

Viele schwere Steine landen genau deshalb in unserem Rucksack, weil niemand mit uns über diese Dinge gesprochen hat, weil wir niemals die Gelegenheit hatten zu verstehen. Und wenn ich verstehen sage, dann meine ich in diesem Zusammenhang nicht nur die Theorie, sondern tatsächlich auch das Verstehen mit dem Herzen.

 

Was wäre, wenn…?

Seit meiner frühesten Jugend stelle ich mir vor, wie schön es doch wäre, wenn jedem Menschen auf dieser Welt solches Wissen frei zur Verfügung stehen würde. Nicht nur in Form von Büchern und Ratgebern – ein Buch kann sich leider nicht individuell auf uns und unsere spezielle Lebenssituation einstellen und auch nur sehr eingeschränkt das persönliche Gespräch ersetzen –, sondern eben in Gestalt von Ausbildern, Coaches und Mentoren, die sich auch ganz persönlichen Fragen und Anliegen liebevoll annehmen.

Was wäre, wenn schon Schülern und Studenten ein solches Angebot zur Verfügung stände. Und wenn dieses Angebot völlig befreit wäre vom „Makel“ der Therapie. Denn es GINGE hierbei gar nicht um das Lösen irgendwelcher akuten Probleme, sondern zuallererst einmal um das Beantworten von Fragen, um das Erweitern des Horizonts, das Auflösen von Irritationen und das Schaffen von Klarheit – egal ob es dabei um die eigene Identität, die Karriere, um Beziehungen oder eine fehlende Vision geht.

Was wäre, wenn wiederum jedem Erwachsene völlig kostenlos pro Jahr ein festes Kontingent – z.B. zwanzig Stunden – an Coaching zur Verfügung gestellt würde, das man völlig frei in genau diejenigen Themen investieren dürfte, die im eigenen Leben aktuell von Bedeutung sind. Auch hier ginge es nicht um Heilung, Rettung und Therapie, sondern um Lernen, Verstehen und die persönlich passenden Impulse und Erkenntnisse.

 

Steine aus dem Rucksack nehmen

Coaches geben nicht nur wertvolles Wissen weiter und sorgen fĂĽr Klarheit und frische Impulse im Leben anderer Menschen, sie helfen ihren Klienten auch dabei, schwere Steine im eigenen Rucksack aufzuspĂĽren, sie behutsam zu entnehmen und liebevoll am Wegesrand des eigenen Lebens abzulegen.

Während klassische Therapeuten üblicherweise erst dann ins Spiel kommen, wenn die Steine im Rucksack bereits substanziellen Schaden angerichtet haben – z.B. bei Burnout, Depression oder schweren Beziehungskrisen –, können Coaches durch die Vermittlung der richtigen Impulse bereits das Aufsammeln und Einlagern der Steine verhindern.

Vielleicht leben wir ja irgendwann mal in einer Welt, in der das Wissen um die Steine im Rucksack – wie sie dort hineinkommen, wie man sie findet und wie (und warum) man sie auch wieder ablegt – so selbstverständlich vermittelt wird wie das kleine Einmaleins. Aber bis wir dort angekommen sind, könnte das bedingungslose Grund-Coaching diese wichtige Aufgabe erfüllen – für alle großen und kleinen Kinder, denen es nie wirklich gezeigt und erklärt wurde.

 

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Hi! Ich bin Peter Weinberger und für mich ist Ben so etwas wie mein Dresdner Instagram-Zwilling. Ich hätte nie geglaubt, dass es irgendwo dort draußen noch ein zweites Exemplar geben könnte, das sich mit so viel Idealismus dem Thema Menschen widmet. Und auch ansonsten lassen sich in unserer Biografie, unseren Ansichten und unseren Zielen so viele Parallelen finden, dass die Frage nach der Existenz von Wundern direkt mal wieder hinfällig ist.

Ich arbeite als Life- und Personality-Coach in Zürich, via Skype und Email und meine besondere Leidenschaft gilt dabei dem Ordnen und Auflösen von Chaos, dem eleganten Erleichtern von Rucksäcken (siehe Text) und der Produktion großer AHA-Momente und tiefgreifender Erkenntnisse.

Auf Instagram (@coniunctio.ch) widme ich mich einmal pro Tag einem (meist eher unbequemen) Thema und freue mich ĂĽber eisenhart-ehrliche RĂĽckmeldungen per Email (p.weinberger@coniunctio.ch).

Ach ja… und ich bin kein Schweizer, auch wenn ich schon über acht Jahre in Zürich lebe und mich hier sehr wohl fühle.

Danke fĂĽrs Lesen! –  Peter.

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Bildquelle: Titelbild Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de

 

 

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