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Wie meine innere Haltung mein Leben verändert

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Über die Liebe, Demut, Dankbarkeit, Geben, Empfangen und Loslassen

Ein Artikel von Ben: Früher wurde ich immer übersehen. In der Schlange beim Bäcker, im Kaufhaus, im Baumarkt (ok, da wird jeder Kunde gemieden), oder auf der Straße – niemand schien mich wahrzunehmen. Ich war nie allein, aber immer einsam. Und dass jeder wegschaute, machte es nicht besser.
Dabei weiß ich jetzt, dass ich einen großen Anteil an dieser Misere hatte. Ich war zurückgezogen, zurückhaltend, stand nicht für mich ein. Ich gönnte mir nichts und lies anderen Menschen stets den Vortritt. Ich war so höflich und trotzdem nicht präsent.
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Nimm Dich selbst wichtig

„Früher“ klingt so weit weg. So fühlt es sich auch an. Als wäre das ewig her. Es ist sowieso schwer zu sagen, wann dieser Punkt war, wo sich alles änderte. Es ist ein Prozess, wo Du lange Zeit denkst, es würde nichts passieren, obwohl Du jede Menge „Innenarbeit“ leistest. Alles in allem schätze ich, dass ich seit etwa 6 Monaten, vielleicht auch nur seit ein paar Wochen, ein völlig neues Leben führe. Schwer zu sagen, weil es nicht geradlinig verlief.
Heute bin ich mir sicher, alleine hätte ich das niemals geschafft. Aber dazu später mehr. Der Punkt ist, Du musst anfangen aufzuhören. Hör auf, vor Dir selbst wegzulaufen. Hör auf zu kämpfen. Ja ich weiß, es klingt kontra-intuitiv. Aber lass es. Und hör auf, die Verantwortung anderen zu überlassen und hab Vertrauen.
Während ich das hier schreibe, sitze ich in einem Café und genieße diesen Nachmittag im November. So etwas hätte ich „früher“ niemals getan oder gekonnt. Genießen war mir nicht möglich. Im Café was schreiben? Das sei doch peinlich, komisch, oder angeberisch – wer setzt sich schon so obercool ins Café und tippt auf nem Laptop rum. Mr. Wichtig oder was!?

Früher war nicht alles besser

Am heutigen Tage bin ich außergewöhnlich glücklich und zufrieden. Alles fühlt sich leicht an. Tolle Dinge passieren. Faszinierende Menschen treten in Dein Leben. Ich bin oft so froh, dass ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll. Ja ja, ein Kerl, der über Gefühle schreibt… Scheiß auf alle super harten Möchtegern-Männer, die Angst vorm Weinen haben. Weicheier. 😉
Mit einem Wutknäuel im Bauch, völlig unbestimmbar worauf sich diese Wut richtete, lebt es sich beschissen. So hat alles einen grauen Schleier. Der Knoten war lange gewachsen und deshalb natürlich schwer zu entwirren. Nach und nach wurde klar, dass ich auf mich selbst wütend war. Natürlich auch auf andere Menschen und Umstände, aber alles in allem nur auf mich selbst.
Ich führte erbarmungslose Dialoge. Wie unfähig ich doch war. Wie dumm und schwach. Nichts konnte ich mir selbst recht machen. Ich nannte es nicht mal Perfektionismus, weil das natürlich nicht realistisch war…
Traute ich mich mal wieder nicht, in einer mir wichtigen Situation etwas zu sagen, kam gleich der Hassdialog: „Ist ja klar, dass Du das wieder versaut hast“. War ich zuvorkommend und höflich, schimpfte ich mich innerlich aus, weil ich schon wieder nicht für mich selbst einstand. You get it. Es tut weh, diese Zeilen zu schreiben.
Es ist simpel, aber einfach ist es nicht. Und so abgedroschen es klingen mag, es ist wahr: Ein besseres Leben ist nur eine einzige Entscheidung entfernt. Mit der gewonnenen Erfahrung und den Blick in den Rückspiegel kann ich das sagen. Allerdings ist der Weg entlang dieser Entscheidung hart, oft auch leidvoll und scheinbar endlos. Scheinbar. Ich lebe mein Happy End. Und jedes Ende ist ein Anfang.

Haltung annehmen

Man kann die innere Haltung auch ein wenig über die Körperhaltung beeinflussen. Probier es mal aus – es wirkt. Sich bewusst aufzurichten kann kurzfristig helfen. Mir ist aber klargeworden, dass die innere Haltung zählt. Die Schwierigkeit dabei ist nur, die schweren Steine im Rucksack loszuwerden, um sich endlich “wirklich” aufrichten zu können. Da streifen wir die Themen Gewohnheiten, Achtsamkeit und Bewusstheit. Es braucht Selbstbeobachtung und Zeit. Etwas Training.
Wer Gewohnheiten wirklich dauerhaft ändern will, muss drei Dinge tun. Den Auslöser erkennen, die neue Reaktion auf diesen Auslöser festschreiben und kleine Schritte tun (Micro-habit). Der Rest ist Wiederholung, Dranbleiben, Weitermachen. Wenn man nicht weiß, was zum Beispiel zu diesen negativen Selbstgesprächen führt, dann kann es nicht besser werden. Was Du tun kannst, wenn es „wieder losgeht“? Ändere Deinen Fokus. Siehe Tipps unten.
Ich sagte ja, ich hatte Hilfe. Es ist schwer, allein so tief zu graben, dass die Wurzeln allen Übels freigelegt werden. Heute empfehle ich jedem, sich professionell helfen zu lassen. Uneingeschränkt. Man muss nicht erst krank werden, um etwas zu ändern. In den USA ist das völlig normal. Hier bei uns hat man gleich ne Klatsche. Fuck everyone.
Aber auch liebe Freunde haben viel geholfen, viel zugehört und die richtigen Fragen gestellt. Auch die Familie, die mir unheimlichen Rückhalt gegeben hat. Ganz ehrlich: hab keine Scheu, offen anzusprechen, dass Du Hilfe brauchst. Egal ob das Problem groß oder klein ist.
Die Schwere, die auf mir lastete, verschwand in vielen kleinen Schritten. Und so änderte sich buchstäblich meine Haltung. Meine hängenden Schultern, der traurige und leere Blick sind weg. Arbeitskollegen sprachen mich sogar an, was passiert sei, weil ich so strahlte. Ob ich im Urlaub war? Wo kann man den buchen? 😉

Wie man die innere Haltung ändert

Dankbarkeit als Ritual…
…hat eine tolle, quasi sofortige Wirkung im Alltag. Es sind sowieso die kleinen Veränderungen, die auf lange Sicht den Unterschied machen. Starte ein Dankbarkeitstagebuch. Einfacher geht es nicht. Lass den inneren Kritiker verhungern. Immer wenn er loslabert, kontere ihm mit Dankbarkeit. Wenige Sekunden pro Tag ändern einfach alles.
Achtsamkeit und Bewusstheit…
…lenken den Fokus auf das Jetzt und Dein Gefühl. Unser Verstand verarscht uns permanent. Er verzerrt das wahre Bild, lässt Vergangenheit und Zukunft in Dauerschleife auf dem inneren Monitor laufen und braucht deshalb einen liebevollen Gegenspieler. Gib Deiner Gefühlswelt die Wichtigkeit zurück. Ich würde behaupten, dass ich mittlerweile zu 80% mit meinem Bauch denke. Mein Unterbewusstsein leistet unglaublich gute Arbeit!
Gefühle zulassen…
…ist wichtiger als man denkt. Und ich nehme mir die Freiheit, meine Gefühle zu erfahren. Allerdings setze ich mir eine Frist, denn der gefährliche Abwärtsstrudel darf mich nicht „erfassen“ und runter ziehen. Gefühle sind Energieportionen und die müssen sich auflösen dürfen. Emotion kommt von Motion, Bewegung hilft deshalb. Irgendwann muss es mal wieder gut sein, dann komm in den Tritt… So wie ein Gefühl tausende von Gedanken auslösen kann, geht das auch andersherum. Ich sitze am Steuer.
Meditation ist Medizin…
…und quasi kostenlos noch dazu. Ich habe drei verschiedene Formen der Meditation ausprobiert (ich bin aber kein Experte): die klassische buddhistische Meditation mit Beobachten des Atems, die Geh-Meditation, die Transzendentale Meditation (TM). Bei der TM bin ich geblieben. Mein bisher bestes Investment aller Zeiten. Ja, ich habe dafür Geld bezahlt und finde es ok, denn was ich dafür bekam ist mehr wert als jedes Geld der Welt. Mittlerweile mache ich intuitiv alle drei, wie es zur Situation passt.
Gebe…
…und Dir wird gegeben. Geben kann man immer. Auch wenn der Gemütszustand da anderer Meinung ist. Als ich in meiner Welt des Mangels gefangen war, wollte ich auch lieber festhalten und eher Nehmen als Geben. Wirklich frei Geben zu können ist ein Geschenk und fühlt sich großartig an. Ich liebe es mittlerweile kleine Geschenke zu verteilen, und mir fallen auch immer wieder mal Ideen ein. Es fördert einfach das Zusammenleben merklich. Just do it. Alles Übungssache.
Demut…
…vor dem Leben und dem Überfluss, in dem wir leben, ist ein feiner Ansatz für die innere Haltung. Es ist ein großer Unterschied, sich – wie oben beschrieben – zurückzuhalten, sich also selbst zu verleugnen, oder demütig zu sein. Es ist der Perspektivwechsel wie „Ich bin der Experte und habe Recht“ hin zu „es gibt nicht die EINE Wahrheit, möglicherweise liege ich ja falsch“. Wir sind alle verbunden und könnten mehr Verbundenheit gebrauchen. Jeder Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen, die seine Wirklichkeit formen. Keep that in mind.
Loslassen…
…ist der Schlüssel. Anfangs dachte ich, ich müsse mein Wutproblem aktiv angehen. Es bekämpfen. Das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Erst als ich wahrhaftig merkte, wie sehr ich mich selbst verletze und verleugne, konnte ich meine innere Haltung ändern. In Eckhart Tolles Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ wird gesagt, man solle diesen „Schmerzkörper“ wahrnehmen und links liegen lassen – nicht ignorieren und nicht bekämpfen.  Einfach lassen. Das hat geholfen. Natürlich nicht nur das. Aber es liefert dem nervigen Gedankenkarussel was zum Kauen und verstehen.
Empfangen…
…kann nur der, der loslässt und sich öffnet. Es erfordert großen Mut, sich weit und verletzlich zu machen. Sich zu öffnen ist in so einer angespannten Situation wie damals komplett gegen das überwiegende Gefühl, festhalten und sich selbst „allumfassend“ beschützen zu müssen. Doch „weit genug“ – alle Türen und Fenster des inneren Raums zu öffnen – konnte ich wählen, was ich an mich heran und was ich vorbeiziehen ließ. Auch alles Übungssache. Zwischendurch tat es oft weh. Hab´s überlebt.
Und letztlich Gleichmut…
…gegenüber der Dualität des Lebens. Gleichmut ist nicht dasselbe wie Gleichgültigkeit, was ich mit “ist mir egal” übersetze. Ich will hier keine Wortklauberei betreiben. Aber es ist eben eine innere Haltung gegenüber dem Wandel. Altes geht, neues entsteht.
Altes geht, neues entsteht.

Und siehe da, das Leben gibt Dir, wonach Du fragst, indem Du es tust

Meinen Freunden und meiner Familie geht es fast schon zu schnell. Alle fragen noch immer so andächtig, ob es mir gut gehe… Klar, hat ja auch lang gedauert. – Mir geht´s Bombe! Das Leben beschenkt mich mit allerlei schönen „Dingen“, eher Erfahrungen, Begegnungen. Ich tue ja auch viel mehr was mir gut tut und was mich weiterbringt.
Vor einer Weile beim Charisma-Training stand ich z.B. mit meiner Mini-Rede vor der Gruppe und die Aufgabe war, den Applaus auszuhalten. Das ist gar nicht so ohne. Eine wertvolle Erfahrung, solche „positive vibes“ zu empfangen. Erfolg zuzulassen und spüren zu können nach all der Zeit voller Tiefstapelei.
Man muss die richtigen Fragen stellen. Ich frage nach „Mehr“ und ich bekomme mehr. Mehr als ich je zu hoffen wagte. Es ist kein passives Hoffen. Ich muss schon darauf zugehen und die richtigen Worte zur richtigen Zeit wählen.
Dann aber Vertrauen haben, loslassen, zulassen, empfangen. Und all dem mit Demut begegnen. Die Vergänglichkeit ist weder Freund noch Feind, sie ist ein Naturgesetz. Ich gebe mit Freude und lasse es wachsen. Ich empfange mit Freude, was kommt. Auch alles Übungssache und manchmal nicht leicht…
Und all die Songs haben plötzlich tiefe Bedeutung. Wie dieser hier, Passenger´s “Let Her Go”, ein Auszug:
“Well you only need the light when it’s burning low
Only miss the sun when it starts to snow
Only know you love her when you let her go;
Only know you’ve been high when you’re feeling low
Only hate the road when you’re missing home
Only know you love her when you let her go
And you let her go”
Als ich die Dualität des Lebens lieben lernte, hat sich alles verändert. Auf und Ab, Schwarz und Weiß, mit vielen Grautönen. Ying und Yang. Wir können die Welt nicht ändern, nur unsere Haltung dazu. Mein Happy End ist da. Und es ist ein neuer Anfang: ich bin offen für alles, was kommen mag.
Danke für Alles.
Ben
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Über den Autor: Lies den Text… 😉
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Bildquellen: Uli Stoll Outdoor-Fotografie, parknplay, pixelio.de
Den alten Baumstamm hab ich selbst im Wald gefunden und eiskalt geknipst und dann hier eingefügt, ey. Das andere ist ein Selfie – wer wird das wohl gemacht haben…
  1. Anne_enjoying4life Anne_enjoying4life

    Ein megaaa Artikel!!! Es ist erstaunlich, was sich alles ändert, wenn man sich selbst ändert…

    • Ben Ben

      Liebe Anne,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja ich bin selbst auch sehr erstaunt über die Entwicklung… hab einen schönen Tag.

      Liebe Grüße
      Ben

  2. Andreas Andreas

    Beeindruckender Text! Ich bin schon gespannt auf die nächten Treffen. Viele Grüße, Andreas

    • Ben Ben

      Hallo Andreas,
      vielen lieben Dank!
      Bin auch sehr gespannt wohin sich Connect2Develop insgesamt entwickelt… 😉
      Ben

  3. Thea Wucherer Thea Wucherer

    Hallo Ben, das ist wirklich ein toller Artikel und eine wundervolle Geschichte.
    Ich wünsche Dir weiter viel Glück und Erfolg auf Deinem Weg.
    LG Thea

    • Ben Ben

      Liebe Thea, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich wünsche Dir auch alles Gute…
      Ben

  4. Karo Karo

    Lieber Ben, ich bin jetzt durch einige Artikel hier durch und möchte dir meinen virtuellen Applaus für diesen Artikel dalassen! Sehr inspirierend, vielen Dank. Schön, wie du dein Leben bzw deine innere Haltung geändert hast.
    Liebste Grüße aus Berlin, Karo von wachstu.ms.impuls

    • Ben Ben

      Hey Karo,
      vielen lieben Dank! Freut mich, wenn es inspiriert. Ich hoffe wirklich, dass viele Menschen sich selbst und ihrer Situation bewusster werden und eben auch was ändern.
      LG aus Dresden,
      Ben

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