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Sich selbst finden oder neu erschaffen?

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Wie mir meine Krise Leichtigkeit und Neugier zurĂŒckbrachte

 

Artikel von Ben: Leichtigkeit – ist es nicht das, was wir suchen? Die Schwere ablegen, da wir ja eigentlich ganz anders leben wollen? Sicher wird es immer Höhen und Tiefen geben. Zeitweise. Und doch muss es Wege geben, unbeschwert zu leben, statt nur irgendein Dasein zu fristen. Meine persönliche Entwicklung hierher war durchaus leidvoll. Und doch bin ich dankbar, nun nicht mehr das Leben eines anderen zu leben. Mein Burnout hat mich aufgerĂŒttelt und so hat sich vieles verĂ€ndert.

 

Ja Hallo erstmal…

Einer muss ja den Anfang machen – kennst Du das? Bei Seminaren oder Ă€hnlichen neuen Begegnungen, ist immer dieses betretene Schweigen im Raum, bis dann alle erleichtert aufatmen und froh sind, wenn einer anfĂ€ngt, sich vorzustellen
 Dann geht das irgendwie – leichter. Ich hoffe das wird hier auch so… 😉

Ich bin Ben, aktuell 39 Jahre jung und wohne in Dresden. Ich habe diese Seite ins Leben gerufen, weil ich ĂŒberzeugt davon bin, dass wir Menschen uns das Leben selbst schwermachen. Das bedeutet aber auch, dass wir es selbst in der Hand haben, ein unbeschwertes, tolles Leben aufzubauen.

Vor etwa 1,5 Jahren wurde ich wegen Burn-Out krankgeschrieben. Ich bin mit voller Fahrt in eine persönliche Krise gerutscht. Hat aber kaum einer gemerkt, so kontrolliert war ich. In mir tobte ein Krieg zwischen Emotionen, Rissen in der Seele und kreisenden Gedanken. Alles unter der „schĂŒtzenden“ RĂŒstung versteckt.

Es begann vor knapp 4 Jahren, als ich bemerkte, dass von „mir selbst“ in meinem Leben kaum ein Anteil war. Es ging immer nur darum, es irgendwie allen recht zu machen. Zu funktionieren und ein harter, „erfolgreicher“ Typ zu sein. Ein völlig absurder, hoher Anspruch an mich selbst, wĂ€hrend ich meine GefĂŒhlswelt verneinte. Langsam aber sicher meldete sich mein Körper mit Krankheitssymptomen.

Bis dann die Wut in mir, ĂŒber mich selbst und die festgefahrene Situation, so unertrĂ€glich wurde, dass es nicht mehr ging.

 

Die Person, die ich mal war, gibt es nicht mehr

Es kommt mir vor, als wÀre das eine Ewigkeit her. Seitdem hat sich so wahnsinnig viel verÀndert.

Ich war ein Möchtegern-Perfektionist. Alles musste seine Ordnung haben. Es durfte keine Probleme geben. Alles im Griff. Kontrolle – ĂŒber mich selbst und gerne auch ĂŒber alles andere. Der angeblich so tiefgrĂŒndig und technisch interessierte Ingenieur, der als Hobby Musiker ist, als Ausgleich sozusagen. Doch eigentlich ist es immer ganz anders gewesen.

Nach vorne hin okay und alles super, aber innen unzufrieden, zerfressen und voller SehnsĂŒchte. Ich wĂŒnschte mir Musik, Kunst, Reisen, Natur, Romantik, Seele, aber auch Erfolg, TiefgrĂŒndigkeit und Sinn. – Irgendwie war rein gar nichts okay. Die Beziehung kaputt, durchaus erfolgreich im Job und doch extrem unzufrieden, weil stets etwas fehlte. Die NegativitĂ€t war ĂŒberall, in mir, um mich herum, und sie war wie Gift in meiner Blutbahn.

Ich fĂŒhlte mich in ein Rollenbild gepresst, dem ich mit der Zeit nicht mehr gerecht werden konnte. Es fĂŒhlte sich ĂŒber all die Jahre an, als hĂ€tte jeder außer mir die Macht, meine Wege zu bestimmen. Aber das Schlimmste war das GefĂŒhl, in einem goldenen KĂ€fig zu sitzen, wo die TĂŒr offensteht und mich nur die Angst vor der VerĂ€nderung zurĂŒckhĂ€lt.

 

Mich selbst neu zu entdecken hat mich neugierig gemacht

Wochenlang krankgeschrieben zu sein ist nicht gerade ein Segen, wenn man in einer Krise steckt. Du bist Dir selbst quasi direkt ausgeliefert. Die echte Arbeit beginnt erst, wenn die Ruhe einkehrt. Wieder die eigenen GefĂŒhle wahrzunehmen und zu merken, wie kaputt Du selbst tatsĂ€chlich bist, ist leidvoll und anstrengend.

So komisch es klingen mag, doch es erfordert eine Menge Mut, sich darauf einzulassen. Zu akzeptieren, dass da etwas tiefgrĂŒndig nicht stimmt. Und auf eine Reise zu sich selbst zu gehen. Das ist nichts, wofĂŒr man sich schĂ€men muss. Ich bin heute ĂŒberzeugt, dass das eher StĂ€rke ist, als es wie ein SchwĂ€chling zu verdrĂ€ngen. Warum soll man sein Leben, wenn es doch kacke lĂ€uft, so weitermachen?

Es ist es unglaublich wertvoll durch dieses Tal zu gehen, denn am Ende dieses Weges ist man wieder in der Lage, authentisch zu sich selbst zu stehen. Ohne Masken, Rollen, falsche Fassaden. Einfach Du.

Ja, es ist anstrengend. Und es tut weh. Aber es ist nicht so ĂŒberwĂ€ltigend wie man fĂŒrchtet, man verliert nicht gĂ€nzlich die Kontrolle. Das war meine grĂ¶ĂŸte Angst. Wo ich doch die fleischgewordene Kontrolle war! Doch dieses GefĂŒhl, mir selbst neu begegnet zu sein, hat so gutgetan! Ich bin neugierig, was ich sein kann und auf das, wie andere sein könnten, wĂ€hrend ich sie mit hĂ€ngenden Schultern und trĂŒbem Blick ihrer Wege gehen sehe.

Innerhalb weniger Monate wurde meine Körperhaltung aufrechter, die innere NervositĂ€t wich einer unerschĂŒtterlichen Ruhe gegen Ă€ußere EinflĂŒsse. Ich konnte ĂŒber Stress nur mĂŒde lĂ€cheln. Ich wurde selbstbewusster, mit Dauergrinsen. Allerdings auch aufmerksamer, wie es mir tatsĂ€chlich geht. Und mir ist klar, dass ich noch einen weiten Weg zu gehen habe.

 

Was hatte sich geÀndert?

Schon vor dem Burn-Out „arbeitete“ ich an mir selbst. Ich investierte massiv in breites Wissen ĂŒber alles Mögliche: Business, Marketing, Investitionen. Mein Wunsch war es, etwas eigenes aufzubauen. Doch es wollte nichts gelingen. Ich war viel zu verbissen, es sollte ja unbedingt sofort besser werden. Und dieses Festkrallen, der gefĂŒrchtete Verlust von Kontrolle, behinderte mich.

Dieses viele Wissen half mir durchaus auf rationaler Ebene. Ich befasste mich auch mit positiver Psychologie, verbesserte mein Mindset, sah wieder mehr Chancen als Risiken. Aber das klappte nur oberflÀchlich, denn es drang nicht in die tieferen Schichten vor.

Loslassen – das ist ein sehr wichtiger Begriff dabei geworden. Die ZĂŒgel lockern und die Kontrolle abzugeben fiel mir schwer. Wieder Vertrauen gewinnen. Meine alten GlaubenssĂ€tze abzulegen, nichts sei gut genug – ich sei nicht gut genug – hat dann jede Menge Gewicht von meinen Schultern genommen. Mit der eigenen Vergangenheit aufzurĂ€umen, sowie Meditation und Achtsamkeit halfen eine Menge!

Doch es brauchte einen Durchbruch. Damit die Wut – die aufgestaute Energie im Bauch – raus konnte. Und der kam erst, als ich „ganz unten angekommen“ war. Ein Durchbruch ist eine bewusste, auf uneingeschrĂ€nkter Akzeptanz (es ist wie es ist) basierende Entscheidung, dass es so auf keinen Fall weitergehen kann.

Die richtigen Fragen können manchmal alles verĂ€ndern. Ein Beispiel: Ich sollte mir vorstellen, dass meine Therapeutin und ich einen schweren Karren aus dem Dreck ziehen mĂŒssen. Und ich sollte beschreiben, wie das im Detail aussieht. Meine Antwort war, dass ich selbst alles geben wĂŒrde, bis zum Zusammenbruch. Aber dass sie, die mir half, wahrscheinlich von mir die hĂ€rteste Kritik abbekommen wĂŒrde. Es wĂ€re unmöglich, dass sie es jemals gut genug machen wĂŒrde. Weil ich es niemals gut genug machen wĂŒrde, ich wĂŒrde immer hĂ€rter arbeiten als jeder andere.

Ich erkannte auf die erschĂŒtterndste Weise, dass ich mir selbst mit meiner Einstellung und meinem Verhalten schadete. Dass ich mich auch damit in meiner „schĂŒtzenden RĂŒstung“ verwundet und blutend weiterquĂ€lte und mir nichts sehnlicher wĂŒnschte, als diese Metallteile abzulegen und wieder frische Luft und Leichtigkeit zu spĂŒren.

Es ist doch alles nur eine einzige Entscheidung entfernt.

 

Wieder Sinn spĂŒren, mit Leichtigkeit

Wie lange ist es fĂŒr Dich her, dass sich Dein Leben leicht angefĂŒhlt hat? Sollte das nicht unser Ziel sein? Und eben nicht mehr Druck, mehr HĂ€rte, mehr innerer Zwang? Einen wahren Lebenssinn zu spĂŒren ist fĂŒr mich ein GefĂŒhl der Vorahnung, ein Teil von etwas GrĂ¶ĂŸerem zu sein, als ich selbst.

Meine neue Leichtigkeit beruht auf Dankbarkeit, fĂŒr all die positiven Dinge in meinem Leben. Das rufe ich mir tĂ€glich ins GedĂ€chtnis. Ebenso nicht irgendwelche unnĂŒtzen Dinge zu brauchen. Geld ist nicht mehr Selbstzweck oder BegrĂŒndung fĂŒr mich. Es ist extrem hilfreich, keine Frage. Deshalb ist es auch wichtig – aber eben kein Ziel an sich.

Meine neuen Ziele sind es, Werte zu schaffen. Etwas Sinnvolles beizutragen. Die Welt, die ich beeinflussen kann, etwas besser zu machen.

Ein anderer Ausdruck meiner neuen Leichtigkeit ist es geworden, mich ĂŒber das GlĂŒck anderer Leute freuen zu können. Es ihnen zu gönnen! Ältere Paare, die Hand in Hand spazieren gehen und lĂ€cheln. Kleine Kinder, die spielen und sich an Kleinigkeiten, oder einfach nur an sich selbst erfreuen.

Ich liebe auch das GefĂŒhl von „Flow“ bei der Arbeit – z.B. wenn ich schreibe, so wie jetzt. Es ist herrlich, etwas gefunden zu haben, was mich so erfĂŒllt! Es ist kein bisschen anstrengend.

 

Sich selbst finden und neu erschaffen – Wiederaufbau

Ich bin so dankbar fĂŒr meine Krise, weil sie gezeigt hat, wer ich bin und sein kann. Das Leben ist nun auch voller Spannung und Erwartung, voller Vorfreude auf Dinge, die ich noch nicht getan habe. Ich bin neugieriger geworden, ich entdecke wieder mehr. Habe mir selbst die Erlaubnis gegeben, es einfach auszuprobieren und durch Fehler zu lernen. So gestalte ich mein Leben bewusster und aktiver.

Und ich habe die Freiheit „Nein“ zu sagen, zu vielen Dingen, aber auch „Ja, gerne!“, wenn es eben passt. Man kann Ă€ußere ZwĂ€nge nicht ganz loswerden, doch da wo es Spielraum (schönes Wort!) gibt, gönne ich mir selbst eben diese neue Leichtigkeit.

Ich erschaffe mich neu. Nicht tĂ€glich, aber regelmĂ€ĂŸig – je nach GefĂŒhl – ĂŒberprĂŒfe ich meinen Weg. Die Suche ist Teil der Lösung. Ich will die beste Version meiner selbst werden. Nicht fĂŒr andere – fĂŒr mich. Denn ich schulde meinen TrĂ€umen noch Leben, wie man so schön sagt. Und nein, ich bin nicht permanent glĂŒcklich, das ist illusorisch. Doch ich liebe das GefĂŒhl der Spannung zwischen Ist und Soll.

 

„Ich reise nie ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen dabeihaben.“ – Oskar Wilde

 

Jeder hat so seine eigene Geschichte, die hinter ihr oder ihm liegt. Und eben die, die man noch schreiben wird. Vor mir liegt ein sprichwörtliches, unbeschriebenes Blatt Papier. Und ich bin gespannt, was ich bald aufschreiben kann.

Über meine Ziele und den Weg dorthin erfĂ€hrst Du mehr, wenn Du Mitglied der Community wirst. Denn ich habe noch viel vor.

Die Community* ist (wird) – aus Prinzip – kostenlos (sein), denn was ich bei meiner eigenen Entwicklung erreicht habe, habe ich nicht allein geschafft. Ich freue mich ĂŒber einen regen Austausch, denn ich möchte mehr glĂŒckliche Menschen sehen. Das ist eines meiner neuen Ziele.

*) die Community ist bei Erscheinen dieses Artikels aus technischen GrĂŒnden leider noch nicht verfĂŒgbar. Melde Dich gern am Newsletter an, dann bekommst Du die Infos als Erste(r).

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Über den Autor:

Ben Brunsch GrĂŒnder und Betreiber dieser Webseite und möchte damit einen intensiven Austausch ĂŒber Persönlichkeitsentwicklung erreichen. Nach knapp 16 Jahren im Berufsleben, privaten und beruflichen Höhen und Tiefen, packte ihn der Wunsch nach VerĂ€nderung. Weil er viele verschiedene Interessen hat, zeigte sich, dass „nur“ eine klassische und geradlinige Karriere nicht die ErfĂŒllung bringen wĂŒrde. Zudem brachte eine persönliche Krise einige grundlegende VerĂ€nderungen mit sich. Er möchte seine Erfahrungen teilen und gemeinsam mit anderen nah am Leben ĂŒber sich hinauswachsen.

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Bildquelle: „Shadow Walk“ – Mit freundlicher Genehmigung von Werner Schwehm.

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