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Was tun, wenn Affirmationen nicht wirken

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Eine praktische Anleitung, wie Du die Selbstsabotage wegprogrammieren kannst

Affirmationen fand ich immer affig (he he) – sich Dinge einzureden, die dem inneren GefĂĽhl widersprechen – „Ich bin super gut“, oder „Das Geld flieĂźt zu mir, ich muss nur vertrauen“, „Ich bin wertvoll“ etc. – sowas hat bei mir bisher nur wenig gewirkt. Die (falsche) innere Ăśberzeugung schrie lauter, hartnäckiger. Du stehst vor dem Spiegel und denkst innerlich – oh je, was fĂĽr ein Mist, aber naja, wenn es hilft… Angeblich funktioniert das ja, irgendwie. – Das tut es auch. Aber: Du musst es Dir selbst auch glauben. Wenn Du es also nicht wirklich so meinst, werden Selbstzweifel aller Art IMMER gewinnen. Sie kommen zurĂĽck. Denn sie hatten viel Zeit, sich zu entwickeln (ĂĽber die Jahre). Dabei wurde mir jetzt klar, dass ich das wohl immer falsch verstanden habe. Eine wichtige „Hintergrundinformation“ steht nämlich nirgends, jedenfalls habe ich dazu nichts gefunden. Und das möchte ich gerne mit Dir teilen!

 

Glaubenssätze: Unsere unbewusste Programmierung im Leben

Affirmation bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass eine Aussage, Situation oder Handlung positiv bewertet wird (laut Wikipedia). Im Allgemeinen wird das von den Gurus der Persönlichkeitsentwicklung als Möglichkeit genannt, sich positiv umzuprogrammieren, indem man sich Dinge laut vorsagt, die quasi die ins positive gekehrten Aussagen sind, die hinter einem geringen Selbstbewusstsein stehen. Nämlich die eigenen Glaubenssätze.

Das ist ein schwieriges Thema mit den Glaubenssätzen. Was ist das? Glaubenssätze sind Stories, die wir uns selbst erzählen. Selbstgespräche sozusagen. Meist unbewusste Muster in unserem Denken und Handeln. Zum Beispiel: „Geld ist schlecht, es verdirbt den Charakter.“ Oder „Ich schaffe das niemals“. Oder „Sowas passiert mir ständig.“

Es ist, als wĂĽnschte man sich etwas herbei, was dann auch tatsächlich passiert. Eine selbsterfĂĽllende Prophezeiung. Denn unser Denken bestimmt unser Handeln, und unser Handeln die Ergebnisse. Willst Du also neue – bessere – Ergebnisse, musst Du direkt in den Programmiercode eingreifen – in Deine (negativen) Glaubenssätze.

Diese Prägungen entstehen oft in der Kindheit. Jeder hat sowas. Es gibt also keinen Grund, das als komisch zu empfinden. Ich hatte eine glückliche Kindheit und trotzdem wirkt es sich auf mein Leben aus. Daran arbeite ich schon so lange und habe immer noch damit zu tun. Hört das jemals auf?

Aufgewachsen bin ich in einer „normalen“ Arbeiterfamilie. Auch dort gab es Muster, Denkweisen, vorgelebte Dinge, insbesondere zu Geld und den Möglichkeiten, die man so im Leben hat. Das meine ich ĂĽberhaupt nicht negativ – es war eben, wie es war. Es wird ĂĽber Generationen weitergegeben, auch bestimmte Erfahrungen der Eltern und GroĂźeltern prägen unseren Werdegang. Doch nun kann ich solche Muster „durchbrechen“.

 

Wieso das so eine wichtige Grundlage ist

Der Punkt ist: es ist sehr unangenehm, sich damit zu befassen. Denn dahinter stecken manchmal schmerzhafte Dinge der Vergangenheit, Ängste, Gefühle der „Minderwertigkeit“, usw. und so ist man eher bereit „härter“ zu arbeiten und sich mit pseudo-produktiven Tätigkeiten zu vertun, als die Probleme an der Wurzel zu packen. Nämlich dem Gefühl nachzugehen: „Ja, ich bin es tatsächlich wert, erfolgreich zu sein und ein tolles Leben zu führen, und zwar so wie ich bin, ohne mich dabei schlecht zu fühlen und Ausreden zu suchen.“

Wir sabotieren uns ganz oft selbst. Das muss uns nicht bewusst sein, wir bemerken es gar nicht. Unser Handeln widerspricht dann sogar manchmal den eigenen Zielen, und wir fragen uns wieso. Und langfristig enttäuschen wir uns selbst damit. Denn unser Gehirn funktioniert bestens mit zwei Taktiken: Automatismen und Effizienz.

Automatismen laufen unterbewusst ab. Sie werden unter anderem von Glaubenssätzen (die Stories) beeinflusst. Sie können unheimlich schwer zu ändern sein. Manches ist hartnäckig, denn das ist sozusagen erstmal fest verdrahtet in uns. Es bedarf langfristiger (Innen-)Arbeit, das umzustellen.

Neueste Erkenntnisse besagen angeblich, dass Gewohnheiten nicht schon nach 21 Tagen erfolgreich eingefĂĽhrt werden, sondern eher nach 60 Tagen oder mehr. Aus eigener Erfahrung stimme ich dem komplett zu. Vorher herrscht nur ein Gleichgewicht zwischen alten und neuen Denkmustern – und alles kann noch kippen.

„Wenn das Alte stĂĽrzt, hat das Neue noch nicht gesiegt.“ – Chinua Achebe

 

Effizienz: leben im Energiesparmodus

Alles hinter den Gewohnheiten zielt auf Effizienz ab. Es ist leichter und energiesparender, Handlungsabläufe und auch Denkmuster beizubehalten. Das Gehirn sucht deshalb nach Bestätigungen für vorhandene Denkmuster.

Zum Beispiel, wenn Du Dir frĂĽh am Morgen sagst, heute ist ein schlechter Tag fĂĽr mich, dann wirst Du unbewusst mehr vom Schlechten wahrnehmen und Dich somit bestätigt fĂĽhlen. Wenn Du Dir (unbewusst) sicher bist, dass „Du es nicht wert bist“, oder dass „Dich niemand dabeihaben will“, dann wird das auch so sein. Denn Deine Handlungen werden (unbewusst) beeinflusst und bewirken dann die Ergebnisse.

Kurzum, wenn man die negativen Glaubenssätze nicht ins positive wandeln kann, wird man NIEMALS nachhaltig und mit Leichtigkeit erfolgreich sein.

Neulich hörte ich eine Podcastfolge von und mit Pat Flynn und Dr. Shannon Irvine, die Folge SPI 331, vom Smart Passive Income Podcast. Darin wurde eine meiner Meinung nach sehr praxistaugliche Vorgehensweise beschrieben.

Und ich – als Crash Test Dummy der Persönlichkeitsentwicklung – habe das natĂĽrlich sofort ausprobiert!

 

Immer Aktuell

Es gibt immer wieder Aufgaben, vor deren Erledigung ich zögere. (Zumindest merke ich es schon einmal!) Ich habe immer eine Ausrede gefunden, habe mich innerlich dagegen gewehrt, dieses bestimmte Thema anzugehen, da ich leider nicht besonders fit bin in diesen Dingen (auch ein Glaubenssatz!). Also habe ich mich gefragt, woran das liegt.

Und ich fand heraus, dass ich „Angst“ hatte, Fehler im System zu haben, keine gute Wahl getroffen zu haben und, und, und. – Unsicherheit, Ă„ngste, ein mieses GefĂĽhl in der Magengrube. Das sind dann doch noch Dinge aus Kindheitstagen, die dahinterstecken.

Also habe ich mich hingesetzt und das aufgeschrieben. Ich versuchte, tiefer zu graben, und es hat mir schon oft geholfen. Dass dies aber nur die halbe Wahrheit war, habe ich eben in dieser genannten Podcastfolge gelernt.

Da sitzt Du nun und denkst, yay, ich habe das Problem gelöst, jetzt wird alles gut. Ich hatte die dahintersteckende „Angst“ ja erkannt. Mir war klar, dass ich was tun muss. Aber erkannt – gebannt? Nahahahahein…  das wäre ja zu schön.

 

Die Lösung ist so einfach, liegt aber nicht auf der Hand

Die Lösung des Problems liegt kurz gesagt in der Notwendigkeit, einen „Durchbruch“ zu haben. Eine fundierte, emotional nachvollzogene Erkenntnis, dass diese Denkweise falsch, unnötig, nicht (mehr) zeitgemäß, und vor allem selbstzerstörerisch ist.

Hier nun die abgeleitete, praktische Anleitung, wie man seine Affirmationen so aufbaut, dass sie (besser oder ĂĽberhaupt) wirken. Die 4 R Methode aus dem podcast: Recognize, Refute, Redirect, Replace.

 

Record – Aufzeichnen.

Erkenne, welche Stories Du Dir selbst ĂĽber Dich, Dein Leben, Deine Arbeit, Deinen Erfolg erzählst. Schreib es Dir auf. – Das zu erkennen dauert manchmal lange – erwarte nicht zu viel auf einmal. Du musst dazu ein wenig Deinen „Blick“ schärfen. Erstmal weitermachen. Dich im Alltag beobachten, besonders, wenn negative Emotionen auftauchen.

Refute – Widerlegen.

Sprich das, was Du Dir aufgeschrieben hast, laut aus. Ist das, was ich mir da immer wieder einrede oder auch nur still über mich denke, wahr? – Meist ist es das nicht. Vielleicht war es einmal die eigene, gefühlte Realität, vor vielen Jahren. Aber die Dinge ändern sich auch. Es war Deine Wahrnehmung, ist nun bzw. war aber auch damals ganz bestimmt nicht wahr.

Redirect – Umleiten.

Wie wirkt dieser negative Glaubenssatz auf Dich, wenn Du ihn (in Gedanken) auf jemanden richtest, der Dir wichtig ist? Ich zum Beispiel könnte – natĂĽrlich nur in Gedanken – meinem Sohn einreden, er wĂĽrde eines seiner Vorhaben niemals richtig gut auf die Reihe kriegen, etc. – da rebelliert schon beim Schreiben alles in mir! Warum sollte ich mir also selbst so etwas einreden?

Jetzt nimm dieses miese Gefühl und erkenne an, dass Du Dir selbst damit mächtig Schaden zufügst. Es ist aktive Selbstsabotage. Hell yes, das ist mies.

Ich bin jetzt ĂĽberzeugt, dass dieses GefĂĽhl, diese Gewissheit, sich selbst unnötig zu verletzen, erheblichen Einfluss auf eine authentische Affirmation haben wird. Das ist gleichzusetzen mit einem Mini-Durchbruch. Und dieser ist nötig, um eine echte, fundierte Entscheidung zu treffen: „Ich werde mir das nicht mehr einreden.“ – Schau Dich dabei im Spiegel an!

Replace – Ersetzen.

Jetzt kommen die Affirmationen zurĂĽck ins Spiel. Wir wissen, es dauert wahrscheinlich 60 Tage, bis man sich neu programmiert haben wird. Um also solche schlechten, fest verdrahteten Geschichten im Unterbewusstsein durch Bessere zu ersetzen, sollten wir uns die Richtigstellung immer wieder selbst wiederholen.

Schreiben wir es also in der richtigen Weise auf und hängen das zum Beispiel im Badezimmer an den Spiegel, oder pinnen es an die Wand im Wohnzimmer. Wer Journal schreibt, kann das sicher auch jeden Tag aufschreiben.

Vielleicht hilft es zumindest, immer wenn es Dir auffällt, Deine Gedankengänge zurechtzurücken. Also ich denke, der wichtigste Schritt ist wirklich zu erkennen, dass diese unterbewussten Selbstsabotage-Stories weh tun. Dass sie falsch sind, mag ja schon bekannt gewesen sein. Es ist aber das Gefühl, das mitwirkt.

Probier es aus – ich bin gespannt auf Dein Feedback!

 

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Ăśber den Autor:

Ben Brunsch ist Gründer und Betreiber dieser Webseite und möchte damit einen intensiven Austausch über Persönlichkeitsentwicklung erreichen. Nach knapp 16 Jahren im Berufsleben, privaten und beruflichen Höhen und Tiefen, packte ihn der Wunsch nach Veränderung. Zudem brachte eine persönliche Krise einige grundlegende Veränderungen mit sich. Er möchte seine Erfahrungen teilen und gemeinsam mit anderen nah am Leben über sich hinauswachsen.

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Bildquelle: Titelbild „labyrinth“ – von shutterstock.com Nr. 133199060

 

  1. Joann Joann

    Lieber Ben,
    danke fĂĽr den praktischen Tipp. Ich habe schon oft versucht schlechte Gewohnheiten anzugehen, aber bislang nur mit kurzem Erfolg. 60 Tage ist ganz schön lang. Im Sommer habe ich mich 2 Wochen koffeinfrei, Industriezucker-frei und vegan ernährt, habe Regelmäßig Sport getrieben und es ging mir so viel besser. Es war auch ĂĽberhaupt kein Krampf. Dann kam ein Umbruch: Umzug, lange, harte Tage, Ungewissheit und wieder keine Zeit. Die zwei Monate waren fĂĽr die Katz. Es folgten 2 Monate mit ständigen „RegelbrĂĽchen“, es ging mir körperlich und seelisch wieder schlechter. Jetzt versuche ich mich wieder zu fangen, es klappt seit ca. 2 Wochen wieder sehr gut. Ich habe daraus gelernt, dass es nicht nur ein Hirngespinst ist, sondern mir wirklich gut tut. Die Umsetzung muss ich besser vorbereiten.

    Viel Erfolg fĂĽr deine Ă„nderungen!
    Joanna

    • Ben Ben

      Hallo Joanna,
      vielen lieben Dank fĂĽr Deinen netten Kommentar. Ich wĂĽnsche Dir auch viel Erfolg!
      LG,
      Ben

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