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Will Ich Das? – Die Frage, die Dein Leben verändern kann

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Ein “gehaltvoller” Artikel inkl. einem Geschenk für Dich von Anja: “Will ich das?” Hast Du Dir diese Frage schon mal gestellt? Ich habe sie mir jahrelang nicht explizit gestellt, aber ich war mir trotzdem ganz sicher, dass ich alles, was in meinem Leben beruflich und privat so läuft, natürlich auch so will. Erst als es nicht mehr so lief wusste ich, dass ich es so nicht gewollt hatte.

 

Am Tiefpunkt angekommen.

Hier muss ich etwas genauer werden: „Nicht mehr so lief“ ist maßlos untertrieben. Ich lag mental am Boden. War an dem bis dato tiefsten Punkt meines Lebens angekommen.

Ich scheiterte im zweiten Anlauf des Staatsexamens und mein damaliger Lebenspartner der selbst vor seiner Promotion stand und für den ich kurz zuvor um mehrere hundert Kilometer meinen Wohnsitz verlegt hatte, der erklärte mir kurzerhand, „dass das jetzt mit uns nicht mehr so passt“. Ich fühlte mich wertlos, so ungeliebt, so unfähig – diese Liste hätte sich endlos fortsetzen lassen.

An diesem Punkt startete ich mit der Arbeit an meiner (bis dahin nicht vorhandenen) mentalen Stärke und mich darin auszubilden. Und sehr schnell kam ich dazu mir die Frage zu stellen „Will ich das?“.

 

Will ich das? Eine Frage, aber 3 Sichtweisen

Diese einfache Frage lässt sich auf verschiedene Weise stellen.

WILL ich das? Oder ist es nur ein Wunsch, der bei weitem nicht stark genug ist, mir Zielorientierung zu geben und für den ich auch nicht wirklich bereit bin zu kämpfen?

Will ICH das? Oder glaube ich vielmehr, dass es mein Umfeld von mir erwartet? Oder sind es vielleicht sogar meine Erwartungen an mich selbst, aber eben doch, weil mir anerzogene oder einstudierte Glaubenssätze, antrainierte Antreiber es glaubhaft machen wollten?

Will ich DAS? Tatsächlich das oder vielleicht doch etwas ganz Anderes, aber ich habe mich nicht getraut, es abzulehnen, es zu verändern. Vielleicht hatte ich viel zu zurückhaltend und zu konventionell gedacht?

Der Schlüssel für mich war jedenfalls das ICH. Etwas abgewandelt von Mahatma Gandhis´ Ausspruch „Sei Du die Veränderung, die Du Dir wünschst. Veränderung beginnt bei Dir selbst“, lautet meine Devise seitdem „Veränderung beginnt beim ICH“.

Wer bin ich? Wer will ich sein? Wer gebe ich vor zu sein? Wer oder was hält mich meines Erachtens davon ab, einfach ich zu sein?

Will ich das? – erstellt mit Canva.com

 

Vertrauen zurückgewinnen, um Vertrauen zu schenken

Heute vertraue ich in mich und bin deshalb auch in der Lage, anderen Menschen Vertrauen zu schenken. Heute vertraue ich vor allem in meine Leistungsfähigkeit und agiere deshalb sicher, gelassen, in vielen noch so risikobehafteten, schlecht kalkulierbaren, unsicheren Situationen.

Ich bin selbstbewusst, selbstwirksam und vor allem authentisch. Das macht mich im positiven Sinne auch berechenbar für meine Mitmenschen. Andere schätzen meine Klarheit. Sie schätzen meine Handlungsfähigkeit, meine Lösungsorientierung, meine Unabhängigkeit und Gelassenheit. Und ich weiß, ich kann meine Fähigkeiten einschätzen, kann mich auf mein Urteilsvermögen verlassen.

Und ja, es passieren Fehler; im Nachhinein weiß ich auch das eine oder andere besser als vorher. Aber ich hatte den Mut zu entscheiden, ich habe nicht aufgeschoben oder tausendundeinen Grund gefunden, es nicht zu tun.

Und auch ich kann nicht in die Zukunft schauen. Aber meine Gedanken stimmen mich zuversichtlich und geben Zielorientierung. Um Gewissheit zu erlangen, dass wenn nichts angestoßen wird, auch nichts passieren wird, muss man auch nicht hellsehen können.

 

Stärken und Wertearbeit

Ich habe mich mit meinen Stärken beschäftigt. Schaffst Du es auf Anhieb 15 Deiner Stärken zu benennen? Ich habe es am Anfang geschafft, mit Leichtigkeit 15 meiner Schwächen und Entwicklungsbereiche in epischer Breite zu erörtern und musste es lernen, meine Stärken zu erkennen und diese weiter auszubauen.

Die nächste Anlaufstelle waren meine Werte: Was ist meine Richtschnur meines Handelns, meines Lebens? Das hat mich im Privaten stark gemacht und vor allem auch im Beruflichen geleitet, mir eine erfolgreiche Karriere ermöglicht und ich bin dabei „Mensch geblieben“.

Durch zahlreiche Portfoliowechsel, Merger & Acquisitions, Transformationen oder wie man sonst simple oder auch komplexere Veränderungsprozesse in Organisationen bezeichnen kann, bin ich sicher gegangen und habe auch anderen Sicherheit vermitteln können. Und als ich merken musste, dass selbst als Mitglied der Geschäftsleitung in einer Konzernlandschaft Werte nicht ohne Weiteres respektiert werden, stand für mich rasch fest: Meine Karriere, irgendwelche Umsätze sind es mir nicht wert, dass ich das, was mich zu einem Großteil ausmacht, meine Werte, verrate.

Wiederholt haben mich meine mentale Stärke, meine Selbstwirksamkeit, so schnell in die Lösungsorientierung kommen lassen, dass ich wusste, ich finde auch dieses Mal einen guten Weg. Der ging in die Selbständigkeit. Trotzdem ich vom Monatsletzten in Anstellung zum nächsten Monatsersten in Selbständigkeit keine lange Zeit zur Vorbereitung hatte, schaffte ich es ab dem ersten Monat kostendeckend zu arbeiten. Und was viel wichtiger war: Ich konnte diese Frage mit ja beantworten – Ja, das will ich!

 

Unterstützung durch Die “Meine Lebens-Canvas”

Als Coach und Organisationsentwickler habe ich mich auf die Themenstellung „Veränderung“ spezialisiert und arbeite schwerpunktmäßig mit Ansätzen aus dem Mental-Coaching und -Training. Mit „Meine-Lebens-Canvas“ habe ich ein Selbstcoaching-Werkzeug erstellt, dass jedem ermöglicht sich über die Frage „Will ich das?“ in seiner ganz ausführlichen und intensiven Art individuell auseinander zu setzen und wertvolle Antworten für sich zu finden.

Lade Dir hier kostenlos die Vorlage “Meine Lebens-Canvas” zum Ausfüllen herunter! (click!)

 

Nutze das Arbeitsblatt “Meine Lebens-Canvas”

Im Folgenden leite ich Dich – wie in einer „Gebrauchsanweisung“- durch:

  1. Wir starten mit dem kreisrunden Tortendiagramm, Deiner Formatvorlage für Dein individuelles Lebensrad. Stell Dir das Lebensrad wie ein Laufrad am Fahrrad mit seinen Speichen vor. Jeder Lebensbereich ist eine Speiche. Sind die Speichen unterschiedlich stark ausgeprägt, unterschiedlich lang, dann läuft das Rad nicht rund, sondern es wird holprig. So ist es auch in unserem Leben. Wenn die Lebensbereiche nicht optimal ausgeprägt sind, dann werden wir nie das Gefühl haben, dass „es rund läuft“, und wir zutiefst empfundene Zufriedenheit verspüren.
  2. Überlege zunächst gründlich, was für Dich die wesentlichen Lebensbereiche sind. Deine Individualität entscheidet ob es letztlich 5 oder 15 Bereiche sind. Mögliche Bereiche können sein: Partnerschaft, Familie (ggf. weiter unterteilt in einzelne Bereich wie Kinder, Eltern, etc. oder Du nimmst für jede Personengruppe einen Extra-Bereich, wenn es Gründe gibt, warum dies wichtig ist für Dich), Beruf, Geld/Finanzen, Aus-/Weiterbildung, Gesundheit, Hobbies, etc. Nimm Dir wirklich Zeit! Und lese bitte erst dann weiter, wenn Du der Ansicht bist eine recht finale Auswahl getroffen zu haben!

 

Der Zweite Schritt: Wo stehst Du?

  1. Okay?! Du schaust nun auf Deine Version Deines Lebensrades. Eine Frage: Hast Du einen Bereich in Deinem Tortendiagramm nur für DICH? Die meisten Menschen vergessen bei der Erstellung ihres Lebensrades das Feld ICH. Dein ICH ist aber immens wichtig! Es steht zum Beispiel für Deine Persönlichkeitsentwicklung, für die Zeit die Du Dich intensiv nur mit Dir beschäftigst, mit dem was Deine Ziele, Sinnstiftung, etc. ist. Es geht nicht darum, dass Du vielleicht auch unter den Lebensbereichen Hobbies, Gesundheit, Beruf, etc. auch an Dich mitgedacht hast. Nein! Im Feld ICH geht es nur darum, was Du ausschließlich für Dich tust oder tun möchtest.
  2. Wenn Du der Ansicht bist Deine finale Version zu haben – Du kannst ja jederzeit Bereiche hinzufügen, abändern, etc. – dann lege im nächsten Schritt auf einer Skala von 0 bis 10 (0 = gar nicht, 10 = voll und ganz erfüllt, außerordentlich zufrieden) Deine Bewertung für den jeweiligen Status Quo fest: Wie zufrieden bist Du aktuell zum Beispiel mit den Bereichen Finanzen, Sport/Bewegung? Wenn Du alle Deine Lebensbereiche aktuell bewertet hast, dann überlege Dir im zweiten Durchgang, auf welchem Skalenwert von 0 bis 10 Du gerne ankommen würdest, was wäre Deine optimale Ausprägung. Das muss nicht immer 10 sein.

Wenn Du alles unter einen auch achtsamen Hut bekommen möchtest, wird es so sein, dass Du Abstriche machen musst. Bewerte auch realistisch. Wenn Du dies abgeschlossen hast, siehst Du nun den aktuellen Wert gegenüber Deinem Zielwert. Trage beide Werte im jeweiligen Tortenstück ab. Gibt es einige Bereiche, die noch unterentwickelt sind?

 

Schritt Drei: Treffe eine Auswahl

  1. Nun wähle im nächsten Schritt mindestens einen, jedoch maximal drei Deiner Lebensbereiche aus, an denen Du arbeiten, die Du verändern willst. Übertrage diese in der Canvas in die grauen Felder oben in der Canvas.
  2. Wertearbeit! Entwickle nun eine Aufstellung der für Dich wichtigsten Werte. 8 bis 12 sollten es sein. Kannst Du sie auch priorisieren? Welches sind die drei wichtigsten, ohne die Du Dein Leben nicht gestalten und führen möchtest? Was ist die endgültige Reihenfolge?
  3. Im nächsten Schritt gehst Du wieder zurück zu den maximal drei aus Deinem Lebensrad ausgewählten Bereichen und gehst Wert für Wert durch und reflektierst, wie gut Du bereits in diesen Bereichen Deine Werte lebst, leben kannst. Das ist immens wichtig für uns: Leben wir in bestimmten Bereichen nicht unsere Werte – nicht selten im beruflichen Umfeld oder sogar im Bereich ICH, weil man auf Jeden und Alles Rücksicht nimmt nur nicht auf seine eigenen Werte und Bedürfnisse – dann werden wir nie eine tiefe und nachhaltige Zufriedenheit erfahren.

Markiere Dir die Bereiche genau, in denen Du die Werte noch nicht ideal ausleben kannst und überlege Dir im Folgenden, wie Du dies ändern kannst. Du wirst nur dann den nächsten Level in Deinen Lebensbereichen erreichen, wenn Du auch nachhaltig Deine priorisierten Werte leben kannst.

 

Schritt Vier: Ziele definieren

  1. Jetzt gehen wir weiter auf der Canvas in der linken Spalte: Was sind für die von Dir ausgewählten Lebensbereiche Deine nächsten, ganz konkreten TOP 3 Ziele?

Apropos Ziele: Kennst Du den Unterschied zwischen Wunsch und Ziel? Ja, exakt: Ein Ziel ist konkretisiert mit Inhalten, Messbarkeit, Zeitrahmen, etc. und nur durch Dich und mit Dir zu erreichen. Wünsche können Dir auch von anderen Menschen erfüllt werden und sind eher „nice to have“. Für die konkrete Ausgestaltung Deiner Ziele wählst Du am besten einen sogenannten Zielrahmen.

Der SMART-Zielrahmen ist sehr bekannt (S = spezifisch; m = messbar; a = aktionsorientiert, ambitioniert; R = relevant; T = terminiert).

Mein Favorit ist der P.O.S.I.T.I.V. Zielrahmen aus der NLP (Neurolinguistischen Programmierung). P = Positive, gegenwärtige Formulierung; O = ökonomisch = welche Konsequenzen, Schwierigkeiten, Herausforderungen sind zu erwarten auf dem Weg der Zielerreichung; dies ist für mich das absolute Herzstück – Viele von uns sind zu Beginn ihrer Zielarbeit noch ganz euphorisch und streichen förmlich die Segel, wenn der Wellengang etwas turbulenter wird.

Sind wir aber vorbereitet auf gewisse Hürden, haben uns diese sachlichen oder auch menschlichen Widerstände, mit denen wir auf dem Weg zu unserer Zielerreichung rechnen müssen, vor Auge geführt, reagieren wir dann anders drauf. Gleichzeitig überprüfst Du auch, ob Deine „worst case scenarios“ überhaupt realistisch sind.

Häufig machen wir uns nämlich auch viel zu viel Gedanken. Wusstest Du, dass nicht mal 85% unserer Befürchtungen überhaupt eintreten? Weiter mit dem S = sensorisch = spür in Dich rein, wie wirst Du Dich fühlen, wenn Du Dein Ziel erreicht hast; I = Individuell durch Dich erreichbar; T = terminiert; I = interessant genug, um auch wirklich intensiv daran zu arbeiten; V = Vision = ist das Ziel von Deiner Vision gedeckt?

  1. Und dazu gehen wir genau zum Punkt Vision weiter. Was sind in Deinen ausgewählten Lebensbereichen Deine Visionen, Deine Langfristziele?

 

Schritt Fünf: Werde konkret

  1. Einige Punkte, die Du jetzt beim Zielrahmen erarbeitet hast, solltest Du jetzt nochmal unten in die vier Felder eintragen: Welche ganz konkreten Maßnahmen und Aktivitäten stehen nun an, um ein Stück voran zu kommen?

Notiere Deine eben im Zielrahmen erarbeiteten Hürden, Hindernisse. Gehe aber auch nochmal in Deine Umfeldanalyse: Wer kann Dich bei Deiner Zielerreichung auch unterstützen? Jede noch so herbei gesehnte Zielerreichung wird irgendwann mal eine Durststrecke durchlaufen. Überlege Dir deshalb bereits im Vorfeld, was Dich inspiriert und wofür Du dankbar bist und sein kannst.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Beantwortung Deiner Fragen zu „Will ich das?“ und freue mich über Deine Kommentare, Fragen, Anregungen.

Deine ANJA

 

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Über die Autorin: Anja Gstoettner ist Coach für Fach- und Führungskräfte. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und BWL arbeitete sie langjährig im Personalmanagement und vielen weiteren Tätigkeitsfeldern. Sie hat viele Veränderungsprozesse in Unternehmen begleitet und steht als Coach und Mentor gerne Menschen bei ihren Entwicklungsprozessen zur Seite. Auf ihrer Webseite https://www.agility-anjagstoettner.de/ findest Du mehr über Sie und ihre Arbeit heraus.

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Bildquellen: “Will ich das?” – erstellt via CANVA.com durch Anja Gstoettner, hier genutzt mit freundlicher Genehmigung

Titelbild: Lisa Spreckelmeyer, pixelio.de

“Mein Lebens-Canvas” – mit freundlicher Genehmigung von Anja Gstoettner

 

  1. […] diesem Jahr wäre prinzipiell noch möglich: „Will ich das…“ bzw. Lebens-Canvas-Workshop mit Anja Gstoettner (lies dazu auch ihren …. Anfang 2019 wäre dann u.a. machbar: „Charisma-Training“ mit Laura Wällnitz. Das habe […]

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